Heute höre ich schon wieder von einer gewaltigen Datensicherung auf einem USB-Stick. Wichtige Daten immer dabei, das Thema kommt wöchentlich hoch. Dabei wird da nix gesichert, sondern nur kopiert, und was da kopiert wird müssen noch lange nicht die Daten sein, die kopiert werden sollten. Aber auf Anfang: Was erwartet man von einer Datensicherung? Dass die mir lieb und teuer gewordenen angesammelten selbst erstellten oder zusammen gesuchten Daten, Singular ist übrigens Datum, hört sich aber wild an, man verfällt in dem Fall eher auf Datei, was jedoch nicht ganz richtig ist, da Datei nur der Behälter ist, in welchem sich das Datum oder eben bei mehreren wie meistens der Fall die Daten befinden, vollautomatisch ganz weit weg von der Quelle, zumindest im übernächsten Postleitzahlenbereich, verschlüsselt und wenigstens 40 Tage rückwärts gesichert werden. Das Kopieren auf einen USB-Stick ist nicht nur untauglich in Bezug auf Datensicherung, sondern birgt auch noch das hohe Risiko, diesen Datenträger zu verlieren und in falsche Hände gelangen zu lassen. Erzählt mir nichts von verschlüsselten Dateisystemen auf einem USB-Stick, die taugen alle nichts. Mein iPhone kann ich aus der Ferne zünden, wenn ich will, und ich schwöre so wahr ich hier schreibe, ich mach’ es auch, wenn es mir verlustig ist! Schlimmer noch als der Verlust der Daten, der ja keiner ist, da ich alles doppelt und dreifach sichere, ist die Spionage oder das Gefühl, der andere könnte jetzt, wenn er wollte, auf all’ meine zehntausenden Mails des letzten Jahrzehnts zugreifen, Kontaktdaten einsehen und nutzen, einen finanziellen Überblick bekommen, Unternehmens- und sogar Kundendaten erhalten … Ein Albtraum, und dieser gepresst in einen kleinen unschuldig aussehenden Stick. Leute, vernichtet die USB-Sticks, oder beschränkt die Haltbarkeit der Daten auf max. 60 Sekunden, die Zeit, die man braucht, um von Computer A zu Computer B zu kommen, wenn es tatsächlich kein FireWire, WiFi, LAN oder sonstwas gibt. Sie vermitteln falsche Sicherheit und sind dabei selbst die größten Risikofaktoren:
- Kaum jemand kopiert tatsächlich regelmäßig nach jeder Änderung oder in einem bestimmten Intervall (mindestens einmal am Tag) seine Daten.
- Noch weniger Leute sichern Stände, also das Abbild von heute, gestern, vorgestern … sodass man ggf. an einen beliebigen Tag in der Vergangenheit springen kann. Was nützt einem eine Kopie von einem Verzeichnis, in welchem ich aus Versehen und unwissentlich Dateien gelöscht habe? Es wird genau der Stand kopiert (die Leute reden wie gesagt von sichern), der sich auf der Quelle befindet. Wenn der jedoch schadhaft ist, ob durch Selbstverschulden, Hardwarefehlern oder Viren, dann ist der gleiche Mist auch auf dem Sicherungsmedium.
- Selten werden Daten auf dem USB-Stick verschlüsselt, obwohl das eh kaum was taugt. Jeder kann also mal fix das Ding einschieben und alles runterlutschen, Supergau.
- Die Sicherung darf nie am gleichen Ort wie die zu sichernden Daten sein, Gründe dafür gibt es genug.
Ihr braucht das auf rsync basierende XDS oder etwas vergleichbares, alles andere ist grobe und garantiert früher oder später hart bestrafte Fahrlässigkeit. Wozu hat der Mensch Rauchmelder im Schlafzimmer, eine Krankenversicherung und Airbags? Für den unwahrscheinlichen Fall der Fälle, der, wenn er eintritt und man nicht gerüstet ist, u.U. das Leben verändert, zumindest enormen Stress, Sorgen und Not verbreitet. Das kann man mit wenig Aufwand vermeiden.